Anfang der 60'er - in Berlin
Walter's
BERLIN
Walter's
BERLIN
Das Programm www.addijet.de erreicht ihr außerdem über:
www.oldiesänger.de, www.oldie-sänger.de, www.oldie-saenger.de, www.oldie-show.de
... machen --
weiter >>>
tritt, nachdem er Jahrzehnte lang,
als Journalist und Pressefotograf in Berlin tätig war, wieder live auf!
Sein Oldie-Repertoire, mit mehr als 250 Titeln, ist schier beispiellos ...

In Kürze neue  LIVE-AUFTRITTE:

"Über die Gigs in den neuen Bundesländern freue ich mich jetzte ganz besonders! In den 60er Jahren ging es leider noch nicht - ich bin ja 'West-Berliner'... Über 250 Stücke von Elvis bis Sinatra, den Platters, Nat 'King' Cole, u.v.a., habe ich in meinem Repertoire. Die bekanntesten
Rock 'N' Roll's, aber auch softe Evergreens aus der 'guten, alten Zeit' sind mit dabei."

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<<<Foto: © 2005
by Walter Becher
Die - Story:
1952 (ich bin 8) fängt alles mit Violinunterricht an:
"Als achtjähriger Knabe bekomme ich (Walter Becher, später auch "ADDI JET") ab 1952 vom Ehemann meiner Klassenlehrerin, Herrn Professor Paul Klebs, Violinunterricht. Frau Klebs entdeckt meine Gesangs- und Musiktalente in der Grundschule in Neukölln, Sonnenallee, am Hermannplatz. 1957, mit 13 Jahren, erkenne ich dann aber die Aussichtslosigkeit, Gesang und Violine unter einen Hut zu bringen. Ich bekomme meine erste Gitarre! Im gleichen Jahr gewinne ich, als jüngster Teilnehmer, mit dem Titel: "Blaues Boot im Sonnenschein" (Melodie: "Oh Lonesome Me", von "Don Gibson"), einen Talentwettbewerb im "Rheingold", am Richard-Wagner-Platz in Charlottenburg den 1. Preis: eine Flasche Sekt. Die hatte man mir, auf Grund meines Alters, allerdings vorenthalten. Mein Klassenlehrer, Herr Redlich, vom
Albert-Schweitzer-Gymnasium, Neukölln, Karl-Marx-Straße: "Unser 'Elvis' versaut mir mit seiner Hottentottenmusik noch die ganze Klasse ". Redlich wurde später Rektor
(
... die armen Schööler ...). Nun 1957, folgen erste Proben mit "Gleichgesinnten" im Jugendheim "Lessinghöhe" Neukölln. Wir, Walter Färber, Sänger, Gitarre und sein älterer Bruder Günter, Banjo, "Hanne", Waschbrett und ich Sänger und Gitarre, machen Skiffel. Günter wanderte nach Australien aus und wurde Krokodiljäger. Hanne ging nach Pirmasens. Er besorgt uns ein Engagement in der "Blaue Grotte", einer Tanzbar für GI's, wo ich für drei Monate auch "Geschäftsführer" wurde. Doch dazu später mehr ...

Walter Becher, später auch
"Addi Jet"; 1952, mit 8 Jahren. Fotos mit meiner Geige gab es damals leider nicht.
Die erste Band: "The Bell-Boys"
Das "Ur-Foto", also das Allererste der "Bell-Boys" hier im Hafeneck in Berlin-Wedding, mit
Walter Färber (li.) und Lothar Marquardt (drums) im April 1959. Ich war noch 14! Eine Gesangsanlage war finanziell noch nicht drin. Alles (Gitarren und Mikrofon) lief über einen 20 Watt-Verstärker von Walter Färber. Joachim Heider, später Komponist und Produzent, u.a. von Marianne Rosenberg, saß weiter rechts am Piano und wurde vom Fotografen leider nicht erfasst ... So gab es auch kein einziges Foto, zusammen mit Jo Heider. HALT! JETZT ENDLICH GIBT ES EINS !!! :
Nach 50 Jahren - endlich gemeinsam auf einem Foto, aufgenommen im Juni 2008 (auf Addis' Geburtstagsfeier):
Die "Ur-Bellboys" mit Joachim Heider, Walter Färber und Walter Becher (Addi Jet)
>>>
Die "Bell-Boys" kleiden sich professionell ein und werden immer besser, auch dank der ersten Gesangsanlage mit einer "Echocord" von Dynacord, die mir meine Mutter auf Raten im Musikhaus Bading, am
Karl-Marx-Platz gekauft hatte. Die Raten hatte ich immer pünktlich von meinen Gagen abgestottert. Erste Fans reisen mit uns von Auftritt zu Auftritt. Und die ersten Mädels werden auch auf uns aufmerksam ...
Heider ist raus, studiert Komposition. Foto links und unten: In der Tempelhofer Eckkneipe "Weiße Taube" treten wir mit "Rock 'N' Roll" auf (Sept. 1959). Am 26. Juni wurde ich bereits 15.
"The Bell-Boys" v.l.:
Lothar Marquardt, 17
Walter Becher, 15
Walter Färber, 16
Die legendäre "Echocord Super 60" von Dynacord. >>>
Sie brachte für Rock'N'Roll einen besseren Sound als die sehr stark konkurierende
Klemt Echolette > ,
die, passend zur Fender Stratocaster und dem Fender Showamp-Verstärker, von vielen Bands bevorzugt wurde, die hauptsächlich Gitarrentitel der Shadows spielten,
wie die befreundeten:
"Diddi and his ABC Boys"
mit dem Berliner "Gitarrengott" Rainer Krause >
Und Nachts gehen wir dann noch zum Spätauftritt in die berühmteste Striptease-Bar von Berlin: Ins "Rififi" in der Augburger Straße. Der Chef des Nachtclubs, Alexander Wolf, steht unheimlich auf "Rock 'N' Roll". In sein Etablissement kam man ja eigentlich erst ab 21 rein - aber wir waren ja "Künstler" ... Hier bekommen wir nun jeder noch einmal 15,-- Mark pro Auftritt und wir fühlen uns, mit zusammen 40,-- Mark in der Tasche, in dieser Zeit als die "Kings". Alex Wolf traf ich zufällig im Sommer 2002 in einem Café am Kurfürstendamm wieder. Der inzwischen über 90-jährige saß dort mit zwei hübschen jungen Polinnen ... "Ach, weißt du, die machen mir den Haushalt, wenn meine Frau auf Sylt ist ..." - Der alte Schwerenöter hat sich nicht geändert! Damals im "Riffifi" heißen wir noch "The Bell-Boys", Unser Pianist Joachim Heider (später ein berühmter Komponist und Produzent. Er produziert unter anderem solche Stars wie: Udo Jürgens, Michael Holm und Marianne Rosenberg. Im Ferbruar '61 gewinnen wir als
"The Bell-Boys" im großen Saal der "NEUE WELT" in der Hasenheide beim Bockbierfest, mit Bravour einen Kapellenwettstreit, den die "IG METALL" ausgeschrieben hatte. In den 20ern war das einmal der legendäre und weltberühmte "Wintergarten", in dem die größten Varieteé-Stars und Artisten frenetisch gefeiert wurden.
"The Bell-Boys" 1959
in der Eckkneipe
"Weiße Taube"
Besonders kurios: Ich sage - selbst erst 15 Jahre alt - jeden Abend gegen 22:00 Uhr über's Mikrofon an, daß nun alle Jugendlichen unter 18 Jahren, das Lokal verlassen müssen. Niemand ahnt, das ich selbst ja noch viel zu jung bin ... Bands werden bei Polizei-Razzien nicht kontrolliert. Und dann die Mädchen ... Groupies gibt es auch damals schon. Die bestürmen mich. Sie wissen ja nicht, dass der Knabe da oben noch so jung ist und sind natürlich meist älter als ich. Na da "übe" ich eben schon mal etwas mit ihnen ... Ich bin doch wissbegierig, aber andererseits auch schon recht lernfähig ... Später bleibt Walter Färber, Voc., Guitar, weiterhin mit von der Partie (er bringt später als "Napoleon Junior" seine erste Platte "Tennessee-Waltz" raus) und wird, nachdem er jahrelang als Privatsekretär für Joachim Heider tätig war, Promotor bei Günter Henne im Hause HANSA. (Gebr. Meisel) für die Plattenfirma "Intercord". Walter Färber, der Komponist und Produzent, leitet auch das Studio-Orchester "Tommy Wells" und produzierte unter anderem auch Liedermacher "Klaus Zufall" ("Seit Du meine Frau bist"), der später in den Freitod ging. Dann arbeitete Walter Färber für Jack White im Hansa-Studio in der Köthener Straße, in Berlin Kreuzberg, wo er manchmal auch heute noch anzutreffen ist ... Mit Walter blieb ich über all die Jahre als einzigen in Kontakt. Jetzt ist er Pensionär. Joachim Heider trifft man so alle paar Jahre mal sporadisch wieder. Lothar Marquardt traf ich in den 70ern noch ein paar mal und danach leider auch nie wieder.
Jetzt nach 44 Jahren hatte ich wieder den ersten telefonischen Kontakt zu unserem Bassisten
Gerd Rybol. Zu allen Anderen brachen leider alle Kontakte ab.
"The Bell-Boys" 1960. Ich bin gerade 16, der Zweite von rechts und links daneben
Walter Färber.
Rechts, der neue Drummer
Werner Falgowski
und ganz links am Bass
"Gerdchen" Rybol, im
"Lenau-Eck" in Neukölln.
Werner Falgowski (Im Foto oben rechts) kommt nach dem Weggang von Lothar Marquardt als Schlagzeuger von den "Sharks" zu uns. Und unser Pianist Joachim Heider fühlt sich zu "Höherem" berufen, verlässt die Band und studiert Komposition.
Walter Färber und ich, singen in der Band weiter und spielen dazu auf der Gitarre. Neu stößt dann Gerhard Rybol, Bass,
(im Foto links) zu uns. Wir bleiben bis zum Juli 1960 zusammen. Nur Band-Gründer
Walter Färber bleibt seiner Band
"THE BELL-BOYS" bis zum Schluß treu ... Werner Falgowski stirbt, Anfang der 60-er, viel zu jung an Krebs.
Frühkonzert im Zoo - Pfingsten 1960:
Auftritt mit der großartigen Ingeborg von Streletzky
Oben: Mit 16 beim Frühkonzert im Zoo. Pfingsten 1960. Mit "Ingeborg von Streletzky", dem berühmten Streichorchester. Das Frühkonzert wurde vom SFB-Hörfunk live übertragen. Ich sang von Bill Ramsey
"Die Zuckerpuppe"
und Ingeborgs Streicher bewiesen, dass sie auch mit Blechblasinstrumenten perfekt umgehen konnten. Alle Geigen machten jetzt Pause und standen brav neben den Notenständern, als ich losrockte. Was war ich stolz, mit diesem Rundfunk-Orchester auftreten zu dürfen! - IM RADIO !!!
Seit Juli 1960 bin ich bei der neuen Band "THE JETNIK'S"
und besorge Engagements, unter anderem im
"STARCLUB". Ich habe auch einige Soloauftritte. So auch in Ami-Clubs.
"THE BELL-BOYS" existieren nicht mehr. Es leben "ADDI JET & THE JETNIK'S"
Hier gehe ich rückwärts twistend zu Boden
und bringe meinen
"Hühner-Twist"
Die ersten Fotos in Ur-Besetzung der "Jetnik's" im "Jonaseck", einer Eckkneipe in Neukölln.
Von links:
Manne, Achim, Ronald und Georg (Orje), unser Drummer. Addi vorn mit Jacket.
"ADDI JET & THE JETNIK'S" werden nun die Hausband im "STARCLUB-BERLIN"
1960, mit gerade mal 16 Jahren, springe ich bei "The Jetnik's" für deren erkrankten Sänger Tommy ein und bleibe dann, nach kurzer Einspielzeit, fest dabei. Tommy war leider schwerer erkrankt ... Ich lege mir den Künstlernamen "Addi Jet" zu. Der passt ja auch irgendwie gut zu dem Bandnamen "The Jetnik's" ... Später behalte ich mein Pseudonym noch als Komponist und Texter (eingetragenes GEMA-Mitglied) bei.
Als ADDI rocke ab Juli 1960 im
"STARCLUB". Da bin ich 16.
Hier kann man eine Röhre seh'n,
als
"ADDI" auf der Bühne steh'n.

Die Klappe reißt er oft noch auf
und Rock 'N' Roll, da steht er drauf !

Den Elvis macht er heut' noch nach,
und
Frank Sinatra, ganz gemach ...

Mit 17 ist er Mädchenschwarm,
er hält sich täglich eine warm ...

Allmählich nagt der Zahn der Zeit,
die Power wird schon ruhiger heut',

die Groupies sind inzwischen älter
und lassen
ADDI auch schon kälter.

Er blies eine fantastische "Kanne": Tenorsaxophonist Wolfgang (Spatzi) Sperling.
Mein zufälliger Auftritt mit den "BEATLES" 1962, im "STAR-CLUB" in Hamburg
Im April 1962 trete ich solo bei Peter Eckhorn im "Top-Ten-Club" für ein Wochenende, mit der dort engagierten Band, auf der Reeperbahn auf. Ohne die Jetnik's - wir hatten gerade kein Engagement. Um die Ecke, auf der großen Freiheit 39, spielte seit ein paar Tagen eine englische Band aus Liverpool in einem neu eröffneten Club. Eckhorn meinte: "Die sind gut. Die hatten schon vor einem Jahr bei mir gespielt. Lass' uns doch mal rumgehen." Und wir gingen mal kurz um die Ecke. Die Jungs waren wirklich Klasse. Eckhorn sprach mit 'nem Typen vom neu eröffneten Star-Club, Große Freiheit 39 gegenüber dem Kaiserkeller, Große Freiheit 36, (existiert noch Heute) der ihm wohl auch gehörte - und gab mit seinem neuen Berliner Rock'n'Roll-Sänger an. Der Typ wollte mich dann aber auch hören und bat die Jungs auf der Bühne, mich mal für 'n kurzen Auftritt zu begeleiten. So kam es, dass ich eine Einlage von ein paar Rock'N'Roll-Nummern im neuen Star-Club gab. Mit Begleitung eben dieser englischen Band aus Liverpool, deren Namen ich natürlich am nächsten Tag gleich wieder vergessen hatte. Kein Mensch konnte damals ahnen, was einmal aus diesen Engländern werden sollte; aus den BEATLES! Und ich kann mich heute nicht einmal mehr daran erinnern, welche Titel ich damals mit den BEATLES gespielt hatte. Sicherlich auch Nummern von Elvis.

Im selben Jahr, hatte am 19. Dezember die junge Berlinerin Erika Wohlers ein Mädchen geborenen.
Sie gab ihr den Namen Bettina und hatte und beim Jugendamt als Vater
den damals noch völlig unbekannten Musiker
James Paul Mc Cartney eintragen lassen ... mehr >>>

Im Herbst '63 fuhr ich dann noch einmal in den inzwischen schon weltberühmten Star-Club nach Hamburg. Zusammen mit Werner Mehlich, dem Chef und Gründer des "Starclub Berlin", am Kottbusser Damm in Neukölln und mit meiner damaligen Freundin Monika. Der Chef vom Hamburger Star-Club. Johnny Weißleder empfing uns allerdings mit eher gemischten Gefühlen: "Wie kommen Sie eigentlich dazu, in Berlin einen Laden unter meinem Namen zu führen?" Seine bulligen Bodyguards nahmen uns gegenüber in Weißleders Büro, eine drohende Haltung ein. Damit hatten wir nun überhaupt nicht gerechnet. Mehlich hatte sich eine Partnerschaft erhofft. Bandaustausch und so. Mehlich: "Mein Starclub Berlin existiert seit Mai 1960. Somit schließlich länger, als ihrer hier in Hamburg!" Das wusste Weißleder nicht. Er hatte darauf dann auch nichts mehr zu erwidern und komplimentierte uns aus seinem Starclub höflich, aber bestimmt, hinaus. Freunde wurden die beiden darauf hin nicht. Zu einem Auftritt von "Addi Jet and the Jetnick's" im Hamburger Star-Club kam es erst Recht nicht mehr. Auf der Heimfahrt am nächsten Morgen machten wir in der Lüneburger Heide halt und gingen in die Pilze. Die Ausbeute war enorm, und unsere Familien in Berlin genossen die leckere Mahlzeit. Und wir spielten weiterhin "nur" im Starclub Berlin ...

Wir sangen über das inzwischen legendäre AKG D 12 Mikrofon
(Echolette-Mikrofon)
von links: Ronald Ratzke Bass, Addi Jet, Wolfgang Sperling "Spatzie" Sax im Starclub Berlin ...
Auch wenn ich mir später als Gast im "Starclub" >>>
am Kottbusser Damm mal andere Bands, die dort im Wechsel mit uns spielten, anhören wollte, sollte ich zu ihnen hochkommen und für ein paar Titel mit einsteigen. Umgekehrt war es natürlich ebenso, wenn Sänger anderer Bands bei uns zu Gast waren.
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